Die Katze im chinesischen Tierkreis: Warum Vietnam eine Katze hat und kein Kaninchen

Das chinesische Tierkreiszeichen in Asien · Vietnam

Das chinesische Tierkreiszeichen „Katze“: Warum Vietnam eine Katze einsetzt

Vietnam folgt demselben zwölfjährigen Zyklus wie der chinesische Tierkreis, doch an der Stelle, die China dem Hasen (卯, mǎo) zuweist, steht im vietnamesischen System stattdessen die Katze (mèo). Es handelt sich um eine Ersetzung der Tiernamen, nicht um ein anderes zugrunde liegendes System – Vietnam behält dieselben zwölf Positionen der Erdzweige in derselben Reihenfolge bei. Die beiden lunisolarischen Kalender fallen in der Regel auf dasselbe Neujahrsdatum, können jedoch gelegentlich einen Monat auseinanderliegen, da Vietnam und China den Kalender anhand unterschiedlicher lokaler Zeitstandards berechnen.

Eine der am häufigsten wiederholten Erklärungen hat mit der Aussprache zu tun, nicht mit einem Mythos: eine Verwechslung zwischen einer Schriftzeichenvariante und einem vietnamesischen Wort, das ähnlich klingt. Doch die Theorie der klanglichen Ähnlichkeit ist nur ein Aspekt. Katzen tauchen auch in einem dokumentierten Hexenprozess auf, der in einer chinesischen Dynastiegeschichte festgehalten ist, sowie in einer Erzählung aus der Song-Dynastie über einen Mann, der sich keine Katze halten wollte – beides aufgrund derselben zugrunde liegenden Tatsache im Tierkreis, nicht weil eine der beiden Kulturen der Katze jemals einen festen Platz unter den zwölf Tierkreiszeichen eingeräumt hätte.

Das chinesische Tierkreiszeichen „Katze“: Die kurze Antwort

Die zwölf Tierkreiszeichen sind Bezeichnungen, die einem älteren Zyklus aus zwölf Symbolen zugeordnet sind, der als „Erdische Zweige“ bezeichnet wird. 卯 (mǎo) ist der vierte Zweig: In der chinesischen Tradition wird dieser Zweig mit dem Hasen in Verbindung gebracht, während in der vietnamesischen Tradition der entsprechende Zweig, Hand/Tipps, mit Cat.

In China Kaninchen (兔, tù)

Viertes Tier im Zyklus, gepaart mit dem Erdzweig 卯 (mǎo). Gleiche Zweigposition; in der Regel dasselbe Zyklusjahr – siehe den Tierlexikon: Kaninchen.

In Vietnam Katze (mèo)

Immer dieselbe Position im vierten Zweig, meist dasselbe Jahr des Zyklus – nur mit einem anderen Tiernamen belegt.

Zwei Tiere, nicht zwölf: Was unterscheidet sie eigentlich?

Das Rahmenwerk mit den zwölf Zweigen selbst — Zi, Chou, Yin, Mao, Chen, Si, Wu, Wei, Shen, You, Xu, Hai — ist in beiden Systemen identisch: Jeder Zweig behält dieselbe Position in der Abfolge bei, und unter beiden läuft derselbe 60-jährige Sexagenarzyklus (das traditionelle System, das sich aus der Kombination der zehn Himmelsstämme mit den zwölf Erdzweigen ergibt). In der vietnamesischen Version ändert sich lediglich der Name des Tieres an zwei der zwölf Stellen. — eine Ersetzung der Überblick über den Mond-Tierkreis im Victoria and Albert Museum sowie folgende Dokumente:

ErdzweigChinesisches TierVietnamesisches TierGleich oder unterschiedlich?
子RatteRatteDas Gleiche
丑OchseWasserbüffelUnterschiedliche Schwerpunkte bei den Arten
寅TigerTigerDas Gleiche
卯KaninchenKatzeEin anderes Tier
辰DracheDracheDas Gleiche
巳SchlangeSchlangeDas Gleiche
午PferdPferdDas Gleiche
未ZiegeZiegeDas Gleiche
申AffeAffeDas Gleiche
酉HahnHahnDas Gleiche
戌HundHundDas Gleiche
亥SchweinSchweinDas Gleiche

Die beiden Kalender stimmen nicht immer hinsichtlich des Neujahrstages überein

Sowohl Vietnam als auch China verwenden lunisolare Kalender – Mondmonate, die anhand von saisonalen Sonnenmarkern angepasst werden, damit der Kalender mit den Jahreszeiten im Einklang bleibt –, die auf denselben astronomischen Regeln basieren. Aber Bei modernen vietnamesischen Kalenderberechnungen wird UTC+7 verwendet, während in China UTC+8 gilt.: Nordvietnam führte 1967 die Zeitzone UTC+7 ein, Südvietnam folgte 1975. Da die astronomischen Ereignisse, auf denen der Kalender basiert, unter verschiedenen Zeitstandards auf unterschiedliche lokale Daten fallen können, weichen die beiden Kalender gelegentlich voneinander ab. Im Jahr 1985 fiel die Wintersonnenwende in Hanoi und Peking auf unterschiedliche lokale Daten, was dazu führte, dass unterschiedliche Mondmonate als elfter Monat festgelegt wurden; das vietnamesische Neujahr fiel folglich auf den 21. Januar, während das chinesische Neujahr auf den 20. Februar fiel, bevor sich die Kalender wieder anglichen, nachdem Vietnam später im selben Jahr einen Schaltmonat eingefügt hatte. In den meisten Jahren stimmen die Neujahrstermine überein; in manchen Jahren können sie voneinander abweichen, in der Regel jedoch weitaus weniger als im Fall von 1985, und eine Geburt nahe der Grenze in einem Jahr mit Abweichungen fällt möglicherweise nicht in dasselbe Zyklusjahr nach beiden Systemen.

Das ist kein Phänomen, das nur in Vietnam auftritt

Lokale Tierersetzungen innerhalb desselben Zwölf-Zweige-Systems finden sich auch anderswo in Asien – in Japan lautet der zwölfte Zweig, 亥, wie zum Beispiel „Wildschwein“ anstelle des Hausschweins, das im Chinesischen genannt wird. Dass in Vietnam „Katze“ und „Wasserbüffel“ verwendet werden, ist ebenfalls eine Form der regionalen Anpassung und stellt keinen Bruch mit dem zugrunde liegenden System dar.

Warum taucht die Katze dann überhaupt nicht im klassischen Tierkreis auf?

Abgesehen von der vietnamesischen Katze kommt die Katze im klassischen chinesischen Tierkreis gar nicht vor. Kurz gesagt: Eine bekannte Legende besagt, dass die Ratte die Katze aus dem Großen Rennen herausgetrickst habe, doch der einfachere historische Grund ist der Zeitpunkt – die zwölf Tiere standen bereits um das 3. Jahrhundert v. Chr. fest, Jahrhunderte bevor Hauskatzen über die Seidenstraße nach China gelangten, sodass es schlichtweg keine Katze gab, die man hätte aufnehmen können. Die vollständige Geschichte, die sowohl die Legende als auch die historischen Fakten umfasst, wird in Warum es im chinesischen Tierkreis keine Katze gibt. Was Vietnam zu einer interessanten Ausnahme macht, ist, dass dort die Katze hatte Einsteigen – und genau darum geht es im weiteren Verlauf dieser Seite.

Die sprachliche Erklärung – und was dabei verloren geht, wenn sie weitergegeben wird

Eine der am häufigsten wiedergegebenen Erklärungen stammt von Philippe Papin, einem Vietnam-Historiker an der École Pratique des Hautes Études in Paris. Ein Beitrag zu dieser Frage aus dem Jahr 2011, Papin wies auf 卯 selbst: “Im Altchinesischen gibt es ein selten verwendetes Wort für ”Hase‘ (卯), das ebenfalls ‚mao‘ ausgesprochen wird,“ und schlug vor, dass dieses Wort, das fast wie das vietnamesische Wort für „Katze“ klingt, Katze, … ist der Grund dafür, dass das Tier im Vietnamesischen als Katze und nicht als Kaninchen bezeichnet wird. Der genaue historische Weg ist unter Fachleuten umstritten, daher handelt es sich hierbei eher um eine Erklärung als um eine gesicherte Herkunftsgeschichte.

Papin äußerte sich zurückhaltend hinsichtlich der Tragweite dieser Behauptung — “Ich glaube, dass sie es genau in diesem Fall getan haben”,” schrieb er, ohne dies als feststehende Tatsache darzustellen. Diese Zurückhaltung verschwindet meist, sobald die Idee wiederholt wird. Nacherzählungen, darunter große Medien wie die „South China Morning Post“, haben dies auf eine pauschalere Behauptung reduziert – nämlich, dass “das chinesische Wort für Kaninchen, ‘mao'”, wie das vietnamesische Wort für Katze klinge. Das stimmt so nicht ganz: Das moderne Mandarin-Wort für Kaninchen, 兔, wird gelesen tù. Die mǎo Das Lesen gehört zu 卯, der Charakter des „Erdzeichens“ selbst – ein Symbol für den Kalender und die Zeitrechnung, nicht die alltägliche Bezeichnung für das Tier. Papins eigene Erklärung wies bereits darauf hin, dass 卯, nicht 兔; es ist die gängige Nacherzählung, die beides miteinander vermischt.

Sprachwissenschaftler John Phan von der Columbia University, ein Spezialist für die historisch-phonologische Erforschung der chinesisch-vietnamesischen Sprache, hat eine eher fachliche Fassung dieses Arguments vorgelegt: Tipp spiegelt eine frühchinesisch-vietnamesische Lesart von 卯, während Hand spiegelt eine spätere chinesisch-vietnamesische Schicht wider. Nach dieser Analyse ist der besonders enge historische Vergleich Tipp mit Katze, nicht nur modernes Mandarin mǎo mit Katze.

Eine volkstümliche Erklärung, die manchmal stattdessen angeführt wird, lautet, dass Katzen Wasser nicht mochten und bei dem Wettrennen der Tiere um die Auswahl eine Flussüberquerung verpasst hätten.

Ein in den Geschichtsbüchern der Dynastie überliefener Fall von Hexerei mit einem Katzendämon

Schon Jahrhunderte vor der vietnamesischen Namensfrage wurde in chinesischen Gerichtsakten ein Zusammenhang zwischen Katzen und 子 — denselben Zweig, den Rat vertritt — in einem ganz anderen Zusammenhang: der kriminellen Zauberei. Die Das Buch der Sui (Das Buch der Sui), der offiziellen Geschichtsschreibung der Dynastie über den Sui-Hof (Ende des 6. Jahrhunderts), wird ein Verfahren gegen einen Adligen namens Dugu Tuo erwähnt. In der Aussage eines Dieners wird ein “Katzen-Dämon” beschrieben (Katzengeist) im Haushalt praktizierter Kult:

Die Magd Xu Ani erzählte, dass sie ursprünglich aus dem Haus der Mutter von Tu stamme und stets dem Katzengeist diene. Jeden Tag opfere sie ihm „Zi“ dar. Mit „Zi“ ist hier die Ratte gemeint.

“Tuos Dienerin Xu Ani sagte, sie stamme ursprünglich aus dem Haushalt von Tuos Mutter, wo man regelmäßig einem Katzendämon diente – und ihm immer nachts am Tag des … Opfer darbrachte.“ 子. Sie sagten 子 bedeutet ”Ratte“.”

Der Bericht bringt den Zeitpunkt des Rituals ausdrücklich in Verbindung mit 子 Tage und erklärt sofort 子 durch seine Verbindung zur Ratte – es wird jedoch nicht näher erläutert, warum diese Verbindung für das Ritual von Bedeutung war. Die traditionelle Rolle der Katze als Raubtier der Ratte bietet einen naheliegenden kulturellen Kontext dafür, warum sich ein Kult, der sich um einen Katzendämon dreht, auf den Tag der Ratte konzentrieren würde, aber diese Argumentation ist nicht die vom Zeugen selbst angegebene Erklärung, sondern lediglich eine plausible Schlussfolgerung, die diese Seite zieht, nicht der Quelltext.

Das Gericht behandelte den Fall als Hexerei, und die Folgen waren schwerwiegend: Die Kaiserin und die Frau eines weiteren Beamten waren erkrankt, Ärzte diagnostizierten eine “Katzen-Dämonen-Krankheit”, und Der Kaiser ordnete zunächst an, Dugu Tuo und seine Frau hinrichten zu lassen.. Er wurde erst verschont, nachdem sein Bruder um Gnade gebeten hatte – er wurde seines Amtes enthoben und zum einfachen Bürger degradiert, während seine Frau zur buddhistischen Nonne wurde. Es handelt sich hierbei um einen dokumentierten Strafprozess, der auf Aberglauben beruhte, und nicht um die Behauptung, dass Katzen jemals einen Platz im Tierkreis innegehabt hätten. Der Zusammenhang, auf den hier Bezug genommen wird, ist derselbe, um den es auf dieser ganzen Seite geht: 子 wurde bereits mit Rat in Verbindung gebracht, Jahrhunderte bevor sich in Vietnam die Frage nach einer gesonderten Benennung stellte, bei der es um 卯 und Kaninchen oder Katze.

Warum manche Haushalte Katzen von den Toten fernhielten

Ein separater, später entstandener Zweig des Volksglaubens verlieh Katzen einen beunruhigenden Ruf speziell im Zusammenhang mit dem Tod – diesmal nicht wegen Zauberei, sondern aufgrund der Angst, dass eine Katze, die über eine Leiche läuft, diese zum Auferstehen bringen oder auf unnatürliche Weise verändern könnte. Taiwanesische Volkstradition, die in ethnografischen Untersuchungen aus dem frühen 20. Jahrhundert dokumentiert ist, berichtet von einer bestimmten Ausprägung dieser Angst, die sich um eine unscheinbar aussehende Katze namens Ölkatze in einer frühen ethnografischen Aufzeichnung (auch verzeichnet als Öl-Kick-Katze, und wird üblicherweise geschrieben als Ölfußkatze (heute) – frei übersetzt: die “Katzenhand mit Öl”. Wenn sie an einer Leiche vorbeikam, ging man davon aus, dass ihre Lebensenergie in den Körper überging, wodurch die Leiche als bösartiger Leichengeist auferstand, anstatt als lebender Mensch zurückzukehren.

Diese Geschichte von der „Ölpfote“ der Katze ist Teil eines weiter verbreiteten taiwanesischen Aberglaubens, wonach eine Katze, die über eine Leiche läuft, dazu führen könnte, dass sich der Leichnam erhebt oder sich auf unnatürliche Weise verändert. Bestattungsbräuche, die als Laden hüten (“Wache halten”) und Schreckkatze oder die Katzen jagen (“Katzen fernhalten”) sind im Zusammenhang mit dieser allgemeinen Angst überliefert, wobei ein Familienmitglied vor der Aufbahrung neben oder in der Nähe des Leichnams Wache hielt. Abgesehen von der übernatürlichen Begründung hatten diese Bräuche auch eine offensichtliche praktische Funktion – den Leichnam vor Tieren zu schützen. Es handelt sich dabei eher um regionalen Volksglauben als um eine landesweite Regel, aber um einen echten, separat dokumentierten Grund, warum Katzen und der Tod in der Volksvorstellung miteinander in Verbindung gebracht wurden – im Unterschied zu dem oben genannten Zauberei-Fall aus der Sui-Dynastie und Jahrhunderte davon entfernt.

Ein Mann aus der Song-Dynastie, der keine Katze halten wollte

Einige Jahrhunderte später taucht der Zusammenhang zwischen dem Tierkreiszeichen und der Ratte erneut auf – diesmal jedoch eher als persönlicher Aberglaube denn als höfische Zauberei. Yijian Zhi (Yi Jian Zhi), Hong Mais Sammlung von Berichten aus der Song-Dynastie aus dem 12. Jahrhundert, enthält eine Geschichte mit dem Titel Yu Shizi (Jadlöwe, “Die Jade-Löwen”) über einen Beamten namens Lü Yansheng:

Der Unterstaatssekretär Lü Yansheng wurde im Jahr Wuzi geboren; da die Ratte zu seinem Tierkreiszeichen gehört, hält er keine Katzen.

“Vizeminister Lü Yansheng wurde in einer 戊子 Jahr, sein Tierkreiszeichen war die Ratte, und deshalb hielt er keine Katzen.”

Die Geschichte geht weiter: Nachdem es wiederholt Anzeichen für Rattenbefall gegeben hatte, drängte ihn sein Haushalt, das Problem zu lösen, und argumentierte, dass das Rattenproblem niemals so schlimm geworden wäre, hätte er wie üblich eine Katze gehalten. Als der Bereich schließlich ausgehoben wurde, entdeckten die Arbeiter zwei kleine, aus weißer Jade geschnitzte Löwenfiguren. Die Geschichte endet damit, dass Lü daraufhin erkannte, dass die Ratten sich bei ihm revanchierten, indem sie den Haushalt zu dem verborgenen Schatz führten. Liest man über das Ende des Volksmärchens hinaus, ist die Ausgangssituation der eigentliche Kern: Ein Tierkreiszeichen des Geburtsjahres wurde als echter Grund für den Haushalt angesehen, ein Tier zu meiden, das als sein natürlicher Feind galt. Es handelt sich um ein dokumentiertes Beispiel für einen Volksglauben der Song-Dynastie, nicht um einen Beweis dafür, dass diese Praxis weit verbreitet war.

Sind Sie neugierig, wie Ihr eigenes Horoskop diese Geschichte weiterführt?

All das oben Genannte bildet den gemeinsamen kulturellen und sprachlichen Hintergrund des Zeichen „Katze“. Dein eigenes Element und dein vollständiges Stamm-Zweig-Diagramm stellen eine separate, persönlichere Ebene dar:

Das chinesische Tierkreiszeichen „Katze“: Häufig gestellte Fragen

Hat Vietnam ein völlig anderes Tierkreiszeichen als China?

Nein. Es gelten derselbe Zwölfjahreszyklus und dieselben Positionen der irdischen Zweige, und Vietnam ändert bei zwei davon den Tiernamen – Katze statt Hase und Wasserbüffel statt Ochse. Die zugrunde liegende Reihenfolge der Zweige ist dieselbe, obwohl das vietnamesische und das chinesische Mondkalender das Neujahrsfest gelegentlich auf unterschiedliche gregorianische Daten legen können, sodass eine Geburt genau an der Grenze nicht immer in dasselbe Zyklusjahr beider Systeme fällt.

Warum verwendet Vietnam „Katze“ statt „Kaninchen“?

Eine häufig wiederholte Erklärung, die dem Historiker Philippe Papin zugeschrieben wird, verbindet den Zweig 卯 über den Klang mit dem vietnamesischen Wort mèo. Der Sprachwissenschaftler John Phan hat eine fachlich fundiertere Version vorgeschlagen: Eine frühsino-vietnamesische Lesart, mẹo, ist mèo besonders ähnlich, während mão eine spätere sino-vietnamesische Schicht darstellt. Der genaue Ursprung ist nach wie vor umstritten, und Papin selbst stellte seine Version als fundierte Schlussfolgerung dar, nicht als bewiesene Tatsache.

Stimmt es, dass das chinesische Wort für „Kaninchen“ genauso klingt wie das vietnamesische Wort für „Katze“?

Das stimmt nicht ganz mit der üblichen Darstellung überein. Das alltägliche Mandarin-Wort für „Kaninchen“, 兔, wird „tù“ gelesen. Die Lesart „mǎo“ bezieht sich auf 卯, das Zeichen für den Kalenderzweig selbst, und nicht auf das gebräuchliche Wort für das Tier. In manchen Nacherzählungen wird diese Unterscheidung verwischt.

Stimmt das Geburtsjahr der Katze in Vietnam immer mit dem Geburtsjahr des Hasen in China überein?

In der Regel ja – aber nicht mit absoluter Sicherheit. Die beiden Mond-Sonnen-Kalender können gelegentlich voneinander abweichen, da das moderne Vietnam die Zeitzone UTC+7 verwendet (im Norden seit 1967, im Süden seit 1975), während China die Zeitzone UTC+8 nutzt, was zu einer Verschiebung des lokalen Datums der Wintersonnenwende führen kann, das zur Erstellung des Kalenders herangezogen wird. Im Jahr 1985 änderte sich dadurch, welcher Mondmonat als elfter Monat galt, wodurch das vietnamesische Neujahr auf den 21. Januar und das chinesische Neujahr einen ganzen Monat später, auf den 20. Februar, verschoben wurde, bevor sich die Kalender wieder anglichen. Eine Geburt, die nahe an der Grenze zwischen den beiden Neujahrsfesten liegt, fällt unter Umständen nicht in dasselbe Zyklusjahr nach beiden Systemen.

What is the “cat demon” case in the Book of Sui?

Ein dokumentierter Hexenprozess aus dem späten 6. Jahrhundert gegen einen Adligen namens Dugu Tuo, dessen Haushalt beschuldigt wurde, einen Katzen-Dämonen-Kult zu praktizieren, der auf die 子 (Ratte)-Tage abgestimmt war. Der Kaiser ordnete zunächst an, ihn und seine Frau hinzurichten; auf Bitten seines Bruders wurde er jedoch verschont, in den Stand eines einfachen Bürgers herabgestuft, und seine Frau wurde zur buddhistischen Nonne gemacht. Es handelt sich um einen dokumentierten Strafprozess, nicht um einen Beweis dafür, dass Katzen jemals Teil des Tierkreises waren.

Warum wurden Katzen in einigen taiwanesischen Bestattungsbräuchen von den Verstorbenen ferngehalten?

In der taiwanesischen Volksüberlieferung ist eine weit verbreitete Angst belegt, dass eine Katze, die über eine Leiche läuft, diese zum Auferstehen bringen oder zu unnatürlichen Veränderungen führen könnte. Eine Version handelt von der sogenannten “Ölpfoten-Katze”, von der man glaubte, dass ihre Lebensenergie auf die Leiche übergehe. Bräuche wie 守鋪 (“Wache halten”) und 驚貓 oder 趕貓 („Katzen verscheuchen“) sind im Zusammenhang mit diesem weit verbreiteten Glauben dokumentiert und dienten zugleich dem praktischen Zweck, den Leichnam vor dem Einsetzen in den Sarg vor Tieren zu schützen.

Warum werden in der Geschichte über Lü Yansheng Katzen und Ratten miteinander in Verbindung gebracht?

Lü Yansheng, der in der Sammlung „Yijian Zhi“ aus der Song-Dynastie erwähnt wird, wurde in einem Wuzǐ-Jahr (Jahr der Ratte) geboren und vermied es, Katzen zu halten, da die Ratte sein Tierkreiszeichen war und Katzen traditionell als Feinde der Ratte gelten. Es handelt sich hierbei um einen dokumentierten Beleg für einen volkstümlichen Aberglauben jener Zeit, nicht um die Behauptung, dass diese Praxis allgemein verbreitet war.

Gibt es noch weitere Unterschiede zwischen dem vietnamesischen und dem chinesischen Tierkreis?

Ja, an einer weiteren Stelle: In Vietnam wird der Wasserbüffel verwendet, während im chinesischen Tierkreis der Ochse vorkommt. Alle anderen Tiere im Zwölfjahreszyklus stimmen mit der chinesischen Liste überein.

Ist Vietnam das einzige Land, in dem ein Tier im chinesischen Tierkreis wechselt?

Nein. In Japan beispielsweise wird der zwölfte Zweig, 亥, als „Wildschwein“ interpretiert und nicht als das Hausschwein, das im Chinesischen damit bezeichnet wird. Solche lokalen Abweichungen innerhalb desselben gemeinsamen Rahmens treten in mehr als einem Land auf, das dieses System übernommen hat.

Wohin als Nächstes?

Redaktioneller Hinweis

Die auf dieser Seite aufgeführten Fakten zur Ersetzung von Tieren – Katze anstelle von Kaninchen und Wasserbüffel anstelle von Ochse im vietnamesischen Tierkreis – sind in der Übersicht des Victoria and Albert Museum über den Mondtierkreis sowie im Wikipedia-Artikel zum vietnamesischen Tierkreis dokumentiert. Die Angaben zu den Kalenderabweichungen, einschließlich des Beispiels aus dem Jahr 1985, sind im Wikipedia-Eintrag zum vietnamesischen Kalender dokumentiert. Philippe Papins sprachwissenschaftliche Erklärung stammt aus seinen 2011 von der „Northwest Asian Weekly“ wiedergegebenen Äußerungen und wird als seine eigene, vorgeschlagene Begründung dargestellt, nicht als feststehende Tatsache. Das frühe Sino-Vietnamesische Tipp / späteres Sino-Vietnamesisch Hand Diese Unterscheidung folgt einer sprachwissenschaftlichen Analyse, die John Phan, ein Spezialist für historisch-phonologische Untersuchungen des Sino-Vietnamesischen an der Columbia University, im Rahmen einer Diskussion der Vietnam Studies Group erörtert hat. Die Passage aus dem „Buch der Sui“ und die Geschichte aus dem „Yijian Zhi“ stammen aus den ursprünglichen klassisch-chinesischen Texten und wurden mit unabhängigen öffentlich zugänglichen Transkriptionen (Chinese Text Project und Chinese Wikisource) abgeglichen. Die „Ölpfotenkatze“ und der damit verbundene Bestattungsbrauch sind in der taiwanesischen Volkskunde dokumentiert und stützen sich auf ethnografische Erhebungen zu taiwanesischen Bräuchen aus dem frühen 20. Jahrhundert (zeitgenössische Werke von Kataoka Iwao und Suzuki Seiichirō), wie in der Literaturliste zu diesem Thema zitiert – hier als regionaler Volksglaube und nicht als Tatsache dargestellt. Alles, was mit Zauberei, Aberglauben und Volksglauben zu tun hat, wird als dokumentierte kulturelle und historische Aufzeichnung wiedergegeben, nicht als Tatsache über Katzen, Ratten oder Menschen, die unter einem bestimmten Tierkreiszeichen geboren sind. Es handelt sich weder um eine Vorhersage noch um medizinische, finanzielle oder partnerschaftliche Beratung.